Schlaganfall
Schlaganfälle zählen ebenso zu den möglichen Folgen der Arteriosklerose. Jedes Jahr sind über 200.000 Menschen in Deutschland betroffen. Nicht nur, dass ein Teil dieser Menschen binnen kurzer Zeit verstirbt: Der Schlaganfall hinterlässt oft bleibende Spuren. So sind drei Monate nach dem Schlaganfall circa 25% der Patienten rollstuhlpflichtig, in etwa 60% ist die Ganggeschwindigkeit alltagsrelevant gemindert und circa 30% der Patienten haben ein funktionslose obere Extremität.
Zum Schlaganfall kommt es meistens dadurch, dass eine der Arterien, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgen, plötzlich verschlossen wird. Wie beim Herzinfarkt kann dies durch den Einriss einer arteriosklerotischen Schadstelle im Gefäß und die nachfolgende Bildung eines Blutgerinnsels geschehen. Eine andere, ebenfalls häufige Ursache von Schlaganfällen ist jedoch die Embolie, bei der ein Blutgerinnsel von einem anderen Ort – häufig dem Herzvorhof – in die zum Gehirn führende Blutbahn eingeschwemmt wird und diese verstopft. In allen diesen Fällen geht hinter der Verschlussstelle Hirngewebe zugrunde, und zwar umso mehr, je länger die Durchblutungsstörung dauert.
Risikofaktoren: wie beim Herzinfarkt
Die Risikofaktoren für den Schlaganfall sind praktisch dieselben wie beim Herzinfarkt – alles, was zur Arteriosklerose führt, kann einen Schlaganfall begünstigen: Ernährungsfehler, Bewegungsmangel, hohes Alter, Rauchen, Diabetes mellitus und vor allem Bluthochdruck. Auch Fettstoffwechselstörungen spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Von den durch einen Durchblutungsstopp ausgelösten Schlaganfällen müssen jene unterschieden werden, die durch Einblutung ins Gehirn zustande kommen. Sie sind jedoch wesentlich seltener und machen nur eine Minderheit aller Schlaganfälle aus.
Warnsignale nicht missachten!
Ein Schlaganfall kündigt sich häufig mit Warnsymptomen an. Das können Schwindel, Seh- oder Sprachstörungen sein, aber auch Missempfindungen oder starke Kopfschmerzen. Vielfach geht dem „echten“ Schlaganfall auch eine kurzzeitige schlaganfallähnliche Episode voraus, die sogenannte TIA (transitorisch-ischämische Attacke = vorübergehende Durchblutungsstörung), bei der die Symptome innerhalb von 24 Stunden wieder vorübergehen. Eine TIA ist ein ernstes Signal, dass ein Schlaganfall bevorstehen könnte, und sollte unbedingt zum Anlass genommen werden, den Arzt aufzusuchen!
Mögliche Symptome eines Schlaganfalls sind:
 |  | Schwäche, Lähmung oder Gefühlsstörungen in den Gliedmaßen, meist halbseitig |
 |  | halbseitige Gesichtslähmung |
 |  | Sprach- oder Sprechstörungen, Sehverlust (auf einem oder beiden Augen) |
 |  | Bewusstseinsveränderungen bis hin zum Bewusstseinsverlust |
 |  | Schwindel, Doppelbilder, Übelkeit |
Jede Minute zählt!
Noch mehr als beim Herzinfarkt kommt es darauf an, dass der Betroffene möglichst rasch in ärztliche Betreuung kommt, damit eine schnelle und intensive Behandlung die Schäden im Gehirn begrenzt. Denn das Gehirn reagiert noch viel empfindlicher auf den Sauerstoffmangel als der Herzmuskel. Deshalb sollte man nicht warten, ob sich die Symptome wieder bessern, sondern unverzüglich den Notarzt alarmieren – jede Minute zählt!
Strenge Zielwerte fürs Cholesterin
Patienten, die einen Schlaganfall hinter sich haben, sind Risikopatienten für das Auftreten von Herzkreislaufkomplikationen. Deshalb geben die Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften für sie besonders strenge Zielwerte für die LDL-cholesterinsenkende Therapie vor: der Spiegel des LDL-Cholesterins sollte unbedingt auf Werte unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder 2,6 Millimol pro Liter (mmol/l) gesenkt werden, wenn möglich sogar darunter (mehr Informationen dazu im Kapitel
„Zielwerte für die Cholesterinsenkung“).