Nach dem Infarkt: Statin absetzen verdoppelt Sterberisiko
Patienten, die einen akuten Herzinfarkt erlitten haben, sollten eine zuvor bestehende Statintherapie unbedingt fortsetzen. Absetzen erhöht das Sterberisiko im Folgejahr dramatisch – es steigt auf das Doppelte im Vergleich zu Patienten, die nie ein Statin genommen haben.
Dies ist das Ergebnis einer Studie an fast 10.000 Postinfarktpatienten, die kanadische Forscher um Stella S. Daskalopoulou, Universität Montreal, jetzt vorgelegt haben. Die Patienten wurden nach ihrer Anamnese in den 90 Tagen vor und nach dem Infarkt in vier Gruppen eingeteilt: Rund 2.100 hatten nie ein Statin genommen, rund 2.000 hatten die ganzen 180 Tage unter Therapie gestanden. Bei 5.650 war die Behandlung nach dem Infarkt begonnen und bei 137 abgesetzt worden.
„Das Absetzen eines Statins zeigte einen verheerenden Effekt“, konstatieren die Autoren. Selbst im Vergleich zu denen, die zu keiner Zeit ein Statin bekommen hatten, stieg die Einjahresmortalität nahezu auf das Zweifache. Bei keinem anderen kardiovaskulären Medikament hatte das Absetzen einen signifikant ungünstigen Einfluss auf das Überleben.
Die Untersucher vermuten hinter diesem Phänomen einen Rebound-Effekt, auch wenn sie nicht ausschließen können, dass die Statine ausgerechnet bei den am schwersten Kranken abgesetzt wurden. Die Fortsetzung der Statinbehandlung ist jedenfalls von entscheidender Bedeutung für das Schicksal gerade der Patienten mit höchstem Risiko.
Literatur:
Stella S. Daskalopoulou et al. Discontinuation of statin therapy following an acute myocardial infarction: a population-based study. Eur Heart J 2008; 29: 2061-2063.