Bei Menschen, die an einer Alzheimer-Demenz erkrankt sind, lohnt ein Blick in ihre Krankenakte: Hohe LDL- und Gesamtcholesterinspiegel in der Anamnese kennzeichnen Patienten, bei denen der geistige Abbau besonders rasch voranzuschreiten droht.
Bisher galt das Interesse der meisten Forscher vor allem der Frage nach dem Einfluss klassischer Herz-Keislauf-Risikofaktoren auf das Demenzrisiko selbst. Wissenschaftler von der Columbia University in New York haben anhand einer Kohorte von 156 neu diagnostizierten Alzheimer-Patienten untersucht, inwieweit diese Faktoren den Verlauf der Demenz beeinflussen.
Im Verlauf von 3,5 Jahren kristallisierten sich drei Risikofaktoren heraus, die mit einer verstärkten Progredienz der Demenz einhergehen: hohe Spiegel von LDL- und Gesamtcholesterin und eine Diabetes-Erkrankung. Pro 10 mg/dl (0,3 mmol/l) LDL- oder Gesamtcholesterin-Spiegelerhöhung fand sich ein um 0,1 Standardabweichungen stärkerer Abbau der Leistungsfähigkeit. Das Vorliegen eines Diabetes mellitus beschleunigte diesen um weitere 0,5 Standardabweichungen. „Diese vaskulären Risiken zu kontrollieren, könnte ein Weg sein, um den Verlauf der Alzheimer-Demenz zu verlangsamen“, meinen die Forscher.
Literatur:
Elizabeth P Helzner et al. Contribution of Vascular Risk Factors to the Progression in Alzheimer Disease. Arch Neurol 2009; 66: 343-348